Gelesen: Verbrannte Gnade

Was für eine spannende Figur: Schwester Holiday ist seit ca einem Jahr Nonne, vorher hat sie in einer Punkband gespielt, nicht Nein zu Alkohol, Drogen und Verantwortungslosigkeit gesagt, bis es zu einer Katastrophe kam, die sie in die Klosterschule geführt hat. Als die komplett tätowierte Frau draußen eine heimliche Zigarette raucht, wird sie Zeugin eines Verbrechens. Jemand hat es auf die Klosterschule abgesehen, was zu mehreren Feuern und Toten führt. Schwester Holiday drängelt sich in die Ermittlungen und erzählt gleichzeitig ihr persönliches Was-Bisher-Geschah – als queere, widerspenstige und dabei extrem religiöse Frau (ein Kunststück, wie das hier alles zusammenpasst). Ein bisschen aufgesetzt wirkte auf mich allerdings ihre Rotzigkeit, und ihrer Rumreiterei, was für ein Leidens- und Scheissemagnet sie ist, fand ich bisweilen etwas anstrengend. Aber das ist vermutlich einfach das Krimigenre, denn sonst würde jemand wie Don Winslow Schwester Holiday nicht so abfeiern, oder? Wie sie sich der Lösung des Falles nähert, dabei alle Figuren kennenlernt, die auch im zweiten Teil (lese ich jetzt gerade) wieder vorkommen, war auf jeden Fall gute Unterhaltung, die ich als Nicht-Krimi-Fan gern gelesen habe. 

Verbrannte Gnade von Margot Douaihy. Übersetzt von Eva Kemper. Erschienen bei Blumenbar. 23 €

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