K-Pop – eine völlig andere Welt

Ich dachte, dass ich niemals musikalisch den Anschluss verlieren würde, weil ich doch voll musikinteressiert bin. Für diesen Gedanken lacht mich das Leben immer noch aus. Mein Sohn hört Rap, der macht, dass ich Dinge denke wie “Warum so übersteuert?” , “Das hört sich alles gleich an” oder “Ist das ganz in echt ein Lied?” Hier ein kurzes Beispiel und dann schwenke ich zu meiner Tochter, deren musikalische Begeisterung mich ebenfalls dumm dastehen, aber dabei auch begeistert in die Hände klatschen lässt.

Meine Tochter ist mit offenen Armen und rosa Klamotten in die Welt des K-Pop gerannt. Es fing schleichend an, aber jetzt guckt sie K-Serien, tanzt in einer K-Pop-Gruppe und hört fast nur noch Bands wie Enypen, Stray Kids, deren Namen ich mir nur merken konnte, weil wir da auf den Konzerten waren. Beide Male haben wir so viel Tolles erlebt, dass ich danach gesagt habe:

Wenn du den Glauben an die Menschheit zurückwillst, gehe auf ein K-Pop-Konzert/Event.

Um diese These zu untermauern, präsentiere ich Meine Top-5-K-Pop-Erlebnisse!

Platz 5: Dass auf dem Weg zu beiden Konzertlocations so viele meiner Tochter Komplimente für ihr Outfit gemacht haben, für das sie sich große, große Mühe gegeben hatte. ❤️

Platz 4: So viele basteln und verschenken Freebies, also kleine Tütchen mit Armbändern, Anhängern, Stickern, Traubenzucker etcpp. Vorm Schenken kommt meist die Frage: Wer ist dein Bias? Dann wird mit dem Namen des Gruppenfavoriten/der Gruppenfavoritin geantwortet, woraufhin die fragende Person in der Tasche kramt und in den meisten Fällen ein selbstgemachtes Armband mit eben diesem Namen herauszieht und verschenkt.

Platz 3: Das Mädchen, mit dem sich meine Tochter nach dem Konzert in der Bahn unterhalten hat und zum Abschied fragte: Darf ich dich umarmen? Und die beiden sich gegenseitig so viel Energie geschenkt haben, dass die Bahn bis zur nächsten Haltestelle damit fahren konnte.

Platz 2: Random Dance Events: Dort werden Teile aus K-Pop-Songs gespielt und alle, die die Choreografie dazu tanzen können, kommen in die Mitte und tanzen. Alle drumherum feiern das und freuen sich. Wir waren in Berlin und in Kiel auf einem Random Dance und beide Veranstaltungen haben mich in einen feministischen Rausch versetzt!! Zu sehen, wie überwiegend Mädchen/Frauen öffentlichen Raum für sich claimen und sich gegenseitig supporten – zum Ausrasten großartig. Es war divers und solidarisch und fröhlich und genau das wünsche ich mir von ganzem Herzen für meine Kinder. Und dass das bei meinem Sohn auch so ist, nur übersteuert und mit weniger Struktur, habe ich hoffentlich einfach nur noch nicht verstanden.

Platz 1: Der von uns nachträglich heilig gesprochene Vater, der meine Tochter fragte, ob er sie vielleicht auf die Schultern nehmen soll, damit sie was sieht, und das fast die ganze Show gemacht hat. Sie war deshalb so nah dran, dass drei von Stray Kids sie gesehen und ihr zurückgewunken haben. WIE NETT KANN MAN SEIN?

Kind auf den Schultern vom Superdad winkt. Felix sieht es und winkt zurück. Dieses Glück!

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