Gelesen: Tokyo dieser Tage

Der Buchrücken ist, wie hier zu sehen ist, auf der rechten Seite. Das heißt, die nächste Lesefahrt geht rückwärts. Es geht um den Mangaredakteur Kazuo Shiozawa, der nach 30 Jahren in der Branche holterdipolter seinen Job kündigt. Das Magazin, das er einst erfunden hat, wird eingestellt und er findet es deshalb nur logisch, aufzuhören. Dass es gar nicht so leicht ist, mit etwas aufzuhören, das man liebt, merkt er und merken wir: Shiozawa streift durch Tokyo und trifft Zeichner*innen und Redakteur*innen, um eigentlich Abschied zu nehmen, aber hat dann auch eine neue Idee.

Ich fand besonders an diesem Werk, dass ich, obwohl ich Shiozawas Zerrissenheit und inneren Kämpfe mit der Kunst so hart fühlen konnte, obwohl ich so tief in der Geschichte war und mich schon sehr auf die nächsten zwei Bände freue, immer einen respektvollen, japanischen Abstand zu allem gehalten habe. Allein schon für diese Stimmung hat sich das Lesen gelohnt. Und dann gibt ‘Tokiyo dieser Tage’ auch noch einen Einblick in das Tokiyo dieser Tage und erzählt in wunderbaren Zeichnungen und top verknüpftem Plot. Ich verneige mich dankbar und mit höflichem Abstand.

Tokiyo dieser Tage von Taiyo Matsumoto. Übersetzt von Daniel Büchner. Gelettert von Uli Oesterle. Erschienen bei Reprodukt. 20 € Danke für das Rezensionsexemplar 🏠🏚️🏢🐦

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