Gelesen: So geht schlafen, kleiner Wombat

Mein Sohn hatte mal einen Freund, der fand, dass er alles am besten kann. Als es mir mal reichte mit der Angeberei, habe ich mich irgendwie hingestellt und dann zu ihm gesagt: “Guck doch mal, wie gut ich rumstehen kann. Ich kann das am besten von allen.” Statt es endlich selbst zu merken, antwortete der Freund “Gar nicht, ICH kann das am besten!” und stellte sich genauso hin wie ich, nur dass er dabei ein bisschen triumphierend hin und her wackelte. Wer sich im Gegensatz zu dieser kleinen Dickhose jederzeit hinstellen und sagten könnte: “Guckt mal, wie gut ich illustrieren kann. Ich kann das am besten von allen!”, ist Mareike Engelke. Das weiß ich so genau, weil ich Augen habe und wir auch schon ein Buch zusammen gemacht haben.

Die Geschichte von dem Freund ist mir eingefallen, weil es im von ihr illustrierten und von Rasmus Engler & Deniz Jespersen geschriebenen Buch auch ums Vorzeigen geht. Hier wird es zum Glück nicht zum Angeben, sondern als Schlafvermeidungstaktik eingesetzt. Der kleine Wombat soll schlafen, will aber nicht, lieber will er dem großen Wombat noch zeigen, wie rennen, springen, rollen, drehen und fliegen geht. Der große Wombat guckt sich das alles geduldig, liebevoll und beeindruckt an, bis er am Ende noch eine Sache gezeigt kriegt, die ich nicht spoilern will, die sich aber vielleicht auf Hafen reimt.

Das Buch ist ein soooo süßer illustratorischer Abenteuerspielplatz, und bei der Geschichte rufen Vorlesende wie Kinder höchstwahrscheinlich unisono: “Ich erkenne mich ja voll wieder!”. Auf jeder Seite gibt es Süßigkeiten von den Wombats zu entdecken und am Ende sind alle – was für diese Geschichte natürlich sehr gut ist – herrlich müde. Außer der oben erwähnte Freund, der ärgert sich, weil der kleine Wombat einfach der beste ist.

So geht schlafen, kleiner Wombat von Rasmus Engler, Deniz Jaspersen und Mareike Engelke. Erschienen bei mairisch. 18 Euro. Danke für das Rezensionsexemplar ❤️

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