Guter Tipp. Kleine Galerie.

Es gibt gute Tipps, aber es gibt auch die, bei denen ich gern meine Faust essen oder verteilen möchte. So einen habe ich zum Beispiel bekommen, als ich gerade einer Freundin beim Umzug half und einen Karton trug: „Wenn es zu schwer wird, einfach mal abstellen“. Ich lasse das mal einfach so wirken.

Der nächste Tipp, den ich hier erwähnen möchte, war beidseitig völlig hilflos. Meine Angststörung war am peaken, besonders, weil mein Kopf Katastrophen am Fließband produziert hat, und der Tipp lautete: „Denk nicht so viel nach.“

Wie dem auch sei.

Denken war und ist immer noch mein Fluch und mein Segen. Ich mag das Denken sehr, vergaloppiere mich aber des öfteren und dann braucht es eben viel mehr als ein „Denk nicht so viel nach“ um mich aus diesen Spiralen herauszumanövrieren. Auch beruflich denke ich zu viel. Ich schreibe Bücher etc. (denk, denk) und um mir dieses denkstarke Hobby zu finanzieren, schreibe ich Werbetexte (schon wieder denk, denk). Deshalb mache ich jetzt Kunst, da denke ich zuerst und dann mache ich erstmal lange, da kann durch meinen Kopf ganz in Ruhe ein kleiner Busch wehen oder eine Grille zirpen.

Ich mache also Kunst, aber was mach in, wenn sie fertig ist? Meine Freundin Sabine hatte hierfür den ersten absolut brillanten Tipp in diesem Text. Wir gingen durch die Weidenallee, sie zeigte auf eine kleine Vitrine und sagte: „Stell doch deine Sachen hier rein“.

Getippt, getan. Ich habe mir einen Galerienamen ausgedacht und zack, meine erste Ausstellung:

70% gelten weder für die Bilder noch für Tiernahrung.

Meine Memesaiken gibt es anzugucken und auch zu kaufen. Es hat mir genausoviel Spaß gemacht, die Texte über die Bilder zu schreiben wie die Bilder zu machen. Endlich stimmt bei mir die Denk-Mach-Balance. Und der Tipp sowieso. Die kleinste Galerie, so gut. Danke, Sabine, ich bin froh, dass du meine Freundin bist.

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