Wie der Vater so bloss nicht der Sohn?

Heute bin ich in meiner Facebook-Timeline über diesen Spot gestolpert. Er heisst Dads Who Play Barbie und hat hinter Barbie noch ein R und ich hoffe, ich werde nicht verklagt, weil ich die richtige Taste dafür nicht finde.

Ich habe das Video geguckt, das als wirklich gelungener Werbespot angekündigt wurde. Und ich war wirklich aufgeschlossen und gespannt und wollte nicht gleich so gendermäßig rumzicken. Es geht aber leider so los: Alle Väter sagen erstmal hinter einander, wie männlich sie sind, mit wie vielen Männern sie aufgewachsen sind etc. ppenis.

Die Werbemenschen haben sich dabei vielleicht so etwas gedacht wie ‘Wenn wir versichern, dass alle Männer, die hier im Film einen Penis und viel Testosteron in ihrer Umgebung haben, und trotz Barbie(R) spielen nicht schwul werden, spielen vielleicht mehr Väter mit ihren Töchtern Barbie, ohne schwul zu werden und dann spielen irgendwann Väter einfach so mit ihren Kindern Barbie (R)’. Oder die Aufgabe war ‘lasst mal einen Film machen, der irgendwie ein bisschen emomäßig und lustig das Mädchen-Jungs-Thema aufgreift, ohne zu viel zu verändern’.

Das ist schade. Weil vielleicht deshalb kein einziger Junge in den Spiel-Ausschnitten zu sehen ist, sondern nur Mädchen. Dabei sieht das nach total viel Spaß aus: Die Väter und Töchter haben eine Riesenmütze Spaß und exklusive Zeit und alle sind glücklich. Die Szenen sind süss und lustig und die Väter sind in diesen Szenen für mich viel attraktiver als die, in denen sie damit angeben, wie viele Brüder sie haben. Aber: wo sind denn hier die Jungs? Die Väter dürfen, aber spielen Jungs nicht mit Barbie (R)? Also, ich kenne welche. Einer von ihnen hat sich zum Beispiel eine Barbie(R) gewünscht und dann immer, wenn Spielbesuch kam, verschämt im Schrank versteckt. Vielleicht hätte er sie einfach in seinem Zimmer rumliegen lassen, wenn ihm mal jemand außer seinen Eltern gesagt hätte, dass es ok ist, dass es sogar besonders gewünscht ist, dass alle Kinder mit allem spielen, was sie cool finden. Dann hätten andere Freunde die Barbie (R) entdeckt und auch damit gespielt, sich auch welche gewünscht, Mattel hätte sogar vielleicht noch viel mehr Umsatz gemacht und alles wäre für alle gewesen. Weil es eigentlich so sein sollte:

 

 

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