Piep, piep, piep, diese Vögel hab ich lieb.

Vor einiger Zeit kaufte ich ein Vogelhäuschen und befestigte es an unserem Balkon. Währenddessen gab ich mich einer romantischen Vorstellung hin, in der die Kinder und ich durch das Fenster eine fröhliche Spatzenfamilie beobachteten, die sich gegenseitig höflich den Vortritt liess, um von unserer ganzjährigen Vogelfuttermischung zu speisen und die ihre kleinen Schnäbel zu einem Lächeln formten, manchmal sogar ihr kleines Köpfchen nach hinten warfen, weil sie so doll lachen mussten.

In der Realität fielen Elstern ein. Wie aufgestachelte Hooligans traten sie gegen das Vogelhaus und veranstalteten eine Riesenschweinerei. Alles lag voller Nüsse und Flocken. Vielleicht habe ich sogar ein paar Kippen und eine leere Faxe-Dose gefunden. Kein einziger Vogel war klein oder lachte. Und überhaupt, Elstern, waren das nicht die Vögel, die Wertvolles klauen, und spähten die zwei hier nicht auch lauernd in unsere Wohnung? Dann fragte ich mich selber, ob das mit den Elstern nicht vielleicht so ein ähnliches Klischee ist wie das mit den Haien, die ja erst seit Steven Spielberg so böse sind. Es war kompliziert: ich wollte das Vogelhäuschen wieder reinholen, aber ich wollte auch keinen Ruf als Vogelrassistin. War meine Beziehung zu Vögeln beendet, bevor sie überhaupt begann?

Nein. Die Rettung war folgendes Buch:

Cousins, Lucy. Lauter Vögel. Übersetzung: Naumann, Ebi. Verlag: Aladin (2017)

Altersempfehlung: ab 3 J. 14,95 €

Lauter Vögel. Viele lachen und kein einziger klaut was oder wirft eine Kippe auf meinen Balkon.

Lucy Cousins kennt man von ihren Mausi-Büchern, auch wenn ich ehrlich gesagt von Mausi nur eine DVD kenne, die fand ich aber immer sehr süß. Ihr letztes Buch Tock, Tock, Tock habe ich dann aber überambitioniert auf Englisch gekauft, wenn ich mich richtig erinnere, gab es das noch nicht auf Deutsch, und ich dachte mir in einem Anflug von Irrsinn, dass ich vielleicht mal versuche, es zu übersetzen. Gleich darauf habe ich einen Schrein für den echten Übersetzer Ebi Naumann gebaut, weil der sowohl das erste als auch „Lauter Vögel“ so brillant und verspielt und irgendwie keck ins Deutsche gebracht hat.

Das Buch lädt zum Spielen ein und fragt:

Eifriges Nicken bei meiner Tochter.

Dann beginnt eine Reise vorbei an vielen verschiedenen Vögeln, die textlich immer gepaart ist mit typisch gefiederten Aufforderungen.

Die Kleine so: KIIKERIKII! KIIKERIKII! KIIKERIKII! KIIKERIKII! KIIKERIKII! KIIKERIKII! KIIKERIKII! KIIKERIKII! KIIKERIKII! KIIKERIKII! Und so weiter. Ich habe mich währenddessen sehr über den „blauenden“ Himmel gefreut.

Die Kleine so (tippt der Reihe nach auf alle Vögel): „Wie singt der?“ Dann: „TSCHIEP, TSCHIEP, TSCHIEP“ und so weiter.

Auf vielen Seiten gibt es viele tolle Vögel zu entdecken. Es werden Eier gelegt, es wird allein oder zu vielen geflogen und einiges mehr erlebt. Bis die Eule gute Nacht sagt. Und genau wie im echten Leben von Eltern mit kleinen Kindern, krähte, kurz nachdem ich die Augen geschlossen hatte, gleich wieder das Kind der Hahn. Dieses Buch lesen wir immer nochmal und nochmal und nochmal. Kein Wunder:

Ein herrlich illustriertes Buch, das fröhliche Kinder nicht nur lesen, sondern auch spielen können.

 

Und wo wir gerade bei Vögeln sind. Der tolle Illustrator Mycha Schekalla hat ein mir in einem anderen Zusammenhang ein tolles Poster geschickt, das wir angucken und weitersingen. Das Poster gibt es hier zu kaufen. Kein Affiliateirgendwas, sondern einfach ein guter Hinweis.

Jetzt weiss ich auch endlich, wem ich die Schuld für die Falten im Poster in die Schuhe, äh, Vogelfüsse schieben kann. Und wie ich das so sage, dass sie mich verstehen: SCHÄCKSCHÄCKSCHÄCK, EY!

Ich danke dem Aladin Verlag für das Rezensionsexemplar und Mycha nochmal für das Poster.

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