Der Miesepups hat da was. Eine FORTSETZUNG!

Bei „Was-im-Gesicht-haben“ habe ich bis jetzt immer an den Nudelsketch von Loriot gedacht. Aber dann haben Kirsten Fuchs und Cindy Schmid die Fortsetzung vom Miesepups geschrieben, und jetzt kann der zukünftige Leiter der Einkaufsabteilung sich aber sowas von gehackt legen: AB SOFORT IST NÄMLICH DER MIESEPUPS DER BOSS VON ALLEM, WAS IM GESICHT PASSIERT!

 

Fuchs, Kirsten: Der Miesepups hat was im Gesicht. Illustration: Schmid, Cindy. Verlag: Voland & Quist (2017). Altersempfehlung: ab 4 J. 16,00 €

Spätestens jetzt hat selbst der unaufmerksame Leser es begriffen: Der Miesepups hat was im Gesicht.

Die Geschichte fängt da an, wo der erste wunderbare Band vom Miesepups aufgehört hat. Da hat der vermooste Grummelpott sich nämlich mit dem Kucks angefreundet und empfand eine miesepupsige Begeisterung bis Entrüstung über dieses Kennenlernen und die Freundlichkeit vom Kucks. Und mit Gefühlen geht es weiter. Der Miesepups denkt an das Kucks, hat dann plötzlich was im Gesicht und weiss gar nicht, was das sein soll. Er denkt, dass er mal das Kucks fragen sollte und macht sich auf die Suche nach ihm.

Unterwegs werden viele durchgeknallte Superwesen getroffen!

Auf dem Weg, der in diesem Buch zu 92% das Ziel ist, begegnet der Miesepups vielen schrägen Gestalten. Einer Spinne mit Sprachfehler, der meiner Tochter so viele Nochmaaaals entlockte, dass ich diese Seite auswendig aufsagen kann. Dann kommen noch das Vanilleschniesel, winzig kleine Berber, ein Ichtyosaurier, das bereits bekannte Heichhörnchen, eine Fussballerina, und der halbe und der viertel Olm.

Unten rechts mittig: das ist sowohl die Ortsangabe für das Vanilleschniesel, als auch die Richtung, in die eben dieses Vanilleschniesel zeigt, damit der Miesepups das Kucks findet.

Alle diese Gestalten, die der Miesepups fragt, wissen und kennen das Kucks, weil sie alle dem Kucks etwas mitgegeben oder aufgetragenhaben. Ein kaputtes Radio zur Reparatur bringen, mit A-B und C-Meisen Gassi gehen oder auch ein Schaf zum Scheren transportieren. Das Kucks hat nämlich überall seine Hilfe angeboten.

Zum Mäusemelken ist übrigens meine allerliebste Aufregebeschreibung.

Und wer jetzt begeistert denkt: ‚Hui, die Collagengestaltung ist aber verrückt und gleichzeitig so schön‘, dem und der sei gleich die Sprache wie ein sehr weicher Mantel von Björk der 90ies ums Herz gelegt.

Ganz großartigen Spaß macht hier erst das Vorlesen und dann in die Gesichter der Kinder gucken, die gleichzeitig bestens amüsiert und ein bisschen von innen umgerührt aussehen.

 

Hier wird der Wahnsinn abgeholt und in die Normalität verfrachtet!

Auf de Begegnungen auf der Suche nach dem Kucks wird es herrlich albern und klamaukig, aber nie, dass es blöd wird. Ich hatte beim Vorlesen ein ähnliches Gefühl wie beim Hören von Willy Astors Kindischem Ozean (bitte nur einmal reinhören und dann selber kaufen). Am Ende der Geschichte findet der Miesepups das Kucks, das unter all den Sachen begraben ist, die Vanilleschniesel und Co. ihm mitgegeben haben und will dem Kucks helfen, woraufhin es ruft: „Miesepups! Du bist der Größte.“ Und dann hat er wieder das Komische im Gesicht und sagt: „KUCKS! Was ist das? Ich könnt mich aufregen! Ich bin total aufgeregt! Das fühlt sich an, als wären meine Backen aufgerissen.“

Es ist Liebe, und zwar auf alle Seiten!

Wir sind ganz verrückt nach dem Miesepups. Weil dieses Buch gleichzeitig ein bisschen irre ist, aber dabei immer Sinn macht. Weil der Miesepups herrlich grantig und das Vorlesen so einen Riesenspaß ist und weil die Begegnungen so herrlich albern sind. Und ich, die sonst eigentlich nie mit verstellten Stimmen liest, weil sie sich immer ein bisschen blöd dabei vorkommt, ganz von automatisch dem Vanilleschniesel einen bayerischen Akzent verpasst und die Berber piepst und das Kind so juchzt und ‚Nochmal‘ ruft und am Ende nicht nur der Miesepups lächelt.

Es ist für mich echt große Kunst, so verrückt und künstlerisch sein zu können und trotzdem immer so vernünftig zu sein, dass auf diesem Wahnsinnsweg keine LeserInnen verloren gehen. Und es wäre für mich ein großer Jammer, wenn es solche Bücher irgendwann nicht mehr gibt, sondern nur noch „Drache Kokosnuss Band 3456253“ oder „Lilifee bei der Pediküre/an der Käsetheke/ beim Zappen“. Weil dieses Buch tolle Sachen mit sich und uns veranstaltet!

Bitte kauft es alle und bitte lest es immer wieder vor! Auch den ersten Teil.

 

Ich danke Voland & Quist für das Rezensionsexemplar.

 

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