Loblied auf meinen Buchlalalalaladen.

Mein Name ist Rike und ich habe meine amazon Prime-Mitgliedschaft gekündigt. Genutzt habe ich sie für die Bestellung von praktischen Sachen, zuletzt war es ein großer Eimer Vogelfutter. Außerdem habe ich insgesamt drei Serien geguckt, die ich allesamt empfehlen kann: Sneaky Pete (bis auf die letzte Folge), Transparent und besonders Fleabag. Bücher kaufte ich dort keine, die besorgte und besorge ich, genau wie zukünftig auch Vogelfutter und Kraftkleber, in meiner direkten Wohnumgebung.

Mein Lieblingsbuchladen ist Cohen & Dobernigg in der Sternstraße. Dort rufe ich an, wenn der Große zum Beispiel neue Bände seiner Beast Quest-Bücher braucht und hole sie am nächsten Tag ab. Meist frage ich dann noch kurz nach einem Buchtipp. Dann passiert folgendes:

  1. Alle Menschen, die dort arbeiten, brauchen nur ein, zwei Referenzbücher und ziehen sofort viele passende Bücher aus allen Regalen.
  2. Sie erzählen die Handlung in einer kurzen Inhaltsangabe: völlig ohne zu spoilern, aber fesselnd und mit einer Begeisterung, dass ich häufig  Wochen später noch die gesamte Handlung im Kopf habe (zum Vergleich: ich stehe regelmäßig im Fahrstuhl und bin wütend, dass er nicht losfährt, weil ich nicht den Knopf gedrückt habe).
  3. Die Bücher, egal ob für den Mann, die Kinder oder mich, passen wie Arsch auf Eimer und häufig sind es welche, auf die ich von allein nie im Leben gekommen wäre.

Genau das ist der Grund, warum ich bei meinen Buchrezensionen keine Affiliate Links zu amazon setze, sondern immer zu Cohen & Dobernigg verlinke. Dafür bekomme ich keine Provision aber ich zeige meine Solidarität für einen wundervollen Laden in meinem Viertel, mit echten Menschen die in echt Bücher lieben, tolle Lesungen veranstalten und sogar auf Facebook Spaß machen. Und die auch ohne Buchbezug scheissnett sind. Hier das letzte Ereignis der Nettigkeit:

Vor ein paar Wochen waren der Mann, die Kleine und ich im Laden. Wir haben zwei Bücher gekauft, eines im Auftrag der Zahnfee für den Großen und eines für den Mann. Die Kleine, die an diesem Tag ihr Elsa-Kostüm anhatte, wollte ein Pixiebuch, was ich abgelehnt habe. Statt ihres normalen „Na schön“, bekam sie das erste Mal in der Öffentlichkeit die Wut. Die schlimme Wut. Die Wut mit Anschreien und Weinen und einfach so Kreischen, die Eltern noch überforderter aussehen lässt, wenn das Kind ein glitzerndes Elsa-Kostüm aus Polyester trägt. Der Mann und ich blieben ruhig und ließen sie austoben, obwohl es ziemlich lange, ziemlich viele PassantInnenblicke und Schweissperlen meinerseits gedauert hat.

Und was macht der Chef vom Buchladen, in dessen Eingang sich dieses hellblaue Inferno zutrug? Er macht mir eine Woche später ein Kompliment für die ruhige Begleitung des Wutanfalls.

Versucht das mal, einem Algorithmus zu erzählen und supportet gleich danach meinen oder euren lokalen Buchladen!

 

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